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Nur eine Tagebuchaufzeichnung aus dem Leben eines Weltenbummlers im Januar des Jahres 2010. Ich wohne bei einem Freund Namens Toly (Anatoly Trachtenberg) in Sidney. Mein Ziel ist heute die City.

 

2010.01.11 - 28;24 - mit Bus zum Citycenter

 

Nach dem Frühstück mache ich mich mit Rucksack und Wanderstöcken auf den Weg zur Bushaltestelle 3345. Eine wartende Frau erklärt mir, dass die Haltestellen keinen Namen haben, sondern eine Nummer. Ich habe so eine Ahnung, dass das Zurückkommen zu dieser Haltestelle unsicher sein könnte. Aber ein anderer Fahrgast erklärt mir, dass die Haltestelle für die andere Richtung, also wenn ich von der City zurückkomme, um die Ecke auf der anderen Straße dieselbe Nummer habe. Ich habe schon mal wieder nicht bedacht, dass ich doch besser nicht alles glauben darf, was die Leute sagen, besonders dann, wenn sie nicht gerne sagen mögen: „Oh, ich bedauere, das weiß ich nicht.“ Lieber sagen sie irgend etwas, um nicht als dumm oder unwissend da zustehen. Noch denke ich nach, ob die Zeit, bis der Bus kommen soll, ausreichen wird, um einmal hinüber zu gehen und nachzuschauen, ob das stimmt: 2 mal 100 Meter? Unsicher, was richtig sein könnte, zögere ich noch so lange, bis es mit Sicherheit zu spät für einen solchen Kontrollgang. Da kommt denn auch gleich der Bus.

Ich zahle auf Toly’s Anraten bar und die Fahrt geht mit etlichen Schleifen ins Citycenter von Sydney. Nach und nach steigen die meisten Fahrgäste aus, worauf zu achten mir Toly empfohlen hatte, denn ich sollte bis zu Endstation fahren. Das sieht aber nicht so aus, als wenn der Bus eine Endstationshaltestelle erreicht hätte, als der Fahrer noch einige Fahrgäste irgendwie anknurrt, die dann aussteigen, während der Bus in einer langen Schlange von Bussen stehen bleibt. Darum frage ich den Fahrer, ob das hier die Endstation ist. Nein! aber es ist nicht mehr weit, ich wäre schneller zu Fuß dort.

Geht doch prima. Ich fühle mich wohl, der Himmel ist bedeckt, kräftiger Wind weht Meeresluft heran. Bei ca. 28°C ist das sehr angenehm. Ich bummele vergnügt hither and thither – komme zum Hafen, erblicke die berühmte Brücke und das Opernhaus (ich habe den Eindruck oder die Imagination, dass das Opernhaus zwei geflügelte Muscheln bei der Paarung darstellen soll) – Sieht gut aus. Mir gefällt das Bauwerk. Wo aber ist das dritte Subjekt, das Toly mir empfohlen hatte aufzusuchen: The Rocks! – Das wisse jeder da in der Gegend, hatte Toly gesagt. Und auch da hat er Recht. Einen Fensterputzer an der Straße frage ich danach, und der gerät in Begeisterung, weist in die Richtung.

Na, jetzt kann ja nichts mehr schief gehen. Bald stehe ich vor einem Plan des Viertels „The Rocks“, folge darauf meiner Nase und stehe vor der ältesten Kneipe von Sydney: Sie hat auch einen Namen, den ich vergaß, während ich den lebendigen Smalltalk mit der Kellnerin interessanter fand. 1 Heinecken 9 $ - australische, versteht sich. Wo denn der deutsche Gasthof sei? Hui, da wird ein anderer Gast quicklebendig, zieht spornstreichs seine deutschen Brocken hervor und erklärt mir den Weg zum deutschen Gasthof. Er geht sogar noch ein kleines Stück mit, will er doch gerne anbringen, dass er in Düsseldorf gewesen war.

 

So bin ich bald um zwei Ecken im  Löwenbräu, wo eine sehr freundliche Deutsch sprechende Kellnerin sich gerne für meine Kamera stocksteif macht zum Fotografieren.

Ich bleibe hier zum Lunch – okay – ziehe langsam die Geschäfte musternd Richtung, wo der Bus für die Rückfahrt mich aufnehmen soll. Etliche Fotos, wieder mal viel zu viele mache ich und denke wie schon so manches Mal: Ob sich dafür jemals einer finden wird, sich das alles anzuschauen? – Aber ist auch nicht schlimm. Ich hatte meinen Spaß.

 

Bald werde ich aufmerksam auf einen Bauchredner, der mir ein Interview gibt. Abhörbar unter dem Dateinamen: 2010.01.11 - City of Sydney (24) in meinen DVD-Aufzeichungen.

Alsdann zieht eine Szene ihre Aufmerksamkeit auf mich. Ich weiß nicht, musiziert hier ein Aborigino, oder hat sich ein Alphornbläser-Imitator verirrt. Könnte es sein, dass es sich hier um einen Vorfahren dieser Gattung handelt oder handelt sich um einen zurück entwickelten Alphornbläser, der sich neuerdings bemüht, eine Plastikschlange dazu zu bewegen, sich in die Höhe zu räkeln. Also, es sieht wirklich spaßig aus. Schau dir doch mal den Videoclip   2010.01.11 - City of Sydney (26) an. – Jetzt fragst du vielleicht, wo der denn ist, um ihn aufzuspielen. Gute Frage! -  Ich arbeite noch dran, den Clip von hier aus mittels Hyperlink anklicken zu können. Muss doch machbar sein!

Schließlich will ich noch Einkäufe machen: Whisky, Butter, Marmeladen, Käse, …. Den Whisky bekomme ich gleich im Bottleshop. Dann vergeht mir die Lust am Suchen und Müdigkeit überkommt mich von dem großen Bier Löwenbräu beim Mittagessen. Darum setze ich mich auf die Bank, wo mein Bus 301 kommen soll, träume vor mich hin, den ganzen Kopf voll Marmelade, Butter, Käse. Menschen kommen, Menschen springen auf in ihren Bus, Busse kommen, Busse fahren, nur mein 301 kommt immer, immer nicht. Habe ich schon einen Bus verträumt, bin ich wieder mal am falschen Flughafen, nein ich bin hier richtig, der 301 muss in 10 Minuten kommen. (habe ich gerade an der Tafel rausgekriegt) Und: Ganz dicht rechts neben mir steht eine blaue Plastik Einkaufstüte, prall gefüllt mit Lebensmitteln. Na, die wird wohl gleich einer an sich nehmen. Aber Nä! Leute kommen, setzen sich neben die Tüte, Menschen springen in ihren Bus, die Tüte bleibt immerzu neben mir stehen. Ein scheuer Blick verrät mir, obenauf hat’s Marmelade, gleich zwei Sorten, schwarze Johannisbeeren, meine Lieblingsbeeren, Himbeermarmelade, mein Traum! – Strandgut! – Es kommt der Bus 301 – und die Marmeladen begleiten mich fortan, ohne dass ich weiß, was sonst noch in der Tüte sein könnte.

Die Fahrt geht los. Den kleinen Palaver mit dem TRAVELTEN-TICKET lasse ich beiseite. Ab sofort zählt nur noch die blaue Tüte. Wie schwer die ist! Wie soll ich die transportieren, während ich mit meinen Wanderstöcken beide Hände voll zu tun habe? – Eine Idee: Ich stecke einiges aus der blauen Tüte in meinen Rucksack. Darin ist noch Platz. Gedacht – getan! Nun ist mein Rucksack quackevoll – die blaue Tüte nur noch halb so schwer.

Inzwischen nähern wir uns dem Stadtteil Rosebery und ich fange an, auf die Nummern der Haltestellen zu achten. DA!!!  3349! Wau! Nächste müsste 3348 sein. Scheiße! Sie hat die Nummer 2438. Hier stimmt was nicht! Ich mach mich an den Fahrer heran. Wo ich denn hinmüsse. Rosebery – Dalmeny Avenue – die kennt er – an der Kirche? fragt er. Ja, an der St. Josephskirche, sage ich ihm. Okay.

Noch eine Halteselle: Muss ich hier raus? No, he said. Next! Da fährt er schon mit Karacho um die Ecke, braust die Straße hinunter und ich sehe, dass ich mich von meinem Ziel wieder entferne. Alles Einreden auf den Fahrer überhört er geflissentlich, er hält erst an der nächsten Station. Here is the church! – “Du Ämmer! Du Klötschkopp! We passed St. Josephs Church one minute ago!“ sage ich zu ihm. – Der Fahrer grinst. Ich steige aus mit Sack und Pack! Ich hänge die blaue Tasche an meinen Rucksack, nehme die Wanderstöcke in die Hände und schaue die lange Straße hinauf, die ich nun gehen muss. Ein Bisschen Bewegung zusätzlich an der schönen blauen Luft kann nicht schaden. Der Himmel ist herrlich blau und der Wind sorgt dafür, dass das Schwitzen auch gute Wirkung hat. Wenn ich doch nur nicht dieses baumelnde Gepäck am Rucksack hätte! Sieh, da steht ein verlassener Einkaufswagen von Woolworth am Wegesrand! Kurz entschlossen lege ich alle meine Sachen hinein: Wanderstöcke, blaue Einkaufstasche und meine Wanderstöcke. Leonhard mit Rollator auf steilen Wegen! Ja, die nächsten 700 m werden immer steiler. Aber schließlich habe ich die Höhe erreicht und bin, wie du auf dem Foto siehst, recht guter Laune.

 

 

2010.01.11 – 28;24

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